von Thomas Longin (thlongg@yahoo.com)
(2/2002)
Überblick:
Afrika in Reinkultur und Hochform, und dazu noch das Flair der Arabischen Welt.
An sich sogar ein ideales Einsteigerland. - Zum Radfahren aber doch eher für
Fortgeschrittene. (Sudan ist übrigens aktueller Verkehrsknoten der
Afrikareiserouten Nord-Süd und West-Ost bzw. West-Süd.)
Papierkram:
Visum in Berlin problemlos innerhalb weniger Tage für 40 Euro
(Sofortausstellung 90 Euro), Gültigkeit 3 Monate, Aufenthaltsdauer 1 Monat.
Unterwegs z.Zt. recht einfach und schnell in Kairo (evtl. Empfehlungsschreiben
der Deutschen Botschaft nötig), praktisch aussichtslos dagegen in Amman. Von
Westafrika kommend wird Abuja/ Nigeria als erfolgversprechend genannt. Von Süden
evtl. problematisch ('air only'), am besten bereits in Nairobi oder noch früher
versuchen, nicht erst in Addis Abeba. Verlängerung des Visums in Khartoum möglich.
Bürokratie im Land uferlos, unübersichtlich und zum Teil schikanös (vor allem
im Norden), z.T. auch sehr teuer (z.B. gesamtes Prozedere in Wadi Halfa z.Zt.
fast 40 USD), örtlich auch einfacher und kostenlos (z.B. Khartoum). Über die
Anforderungen an Reisende besteht im Land babylonische Verwirrung: jeder wird
anders behandelt. Überraschungen aller Art sind praktisch unvermeidlich.
Besonders viele Passfotos mitbringen.
Theoretisch benötigt man nach der Einreise:
·
Registrierung innerhalb 3 Tage;
wird normalerweise im Einreiseort, z.B. Wadi Halfa, für Khartoum erledigt und
in den Pass gestempelt
·
Registrierung in jedem
Aufenthaltsort (sehr streng z.B. in Dongola, ansonsten oft nicht mehr beachtet)
·
Travel Permit für jede Reise
ausserhalb der Hauptstadt; zu besuchende Orte werden möglichst ausführlich
eingetragen. Bei Einreise in Wadi Halfa bis Khartoum ausgestellt, dort ggfs.
weiteres T.P. besorgen. Bei Einreise von Tschad oder Äthiopien angeblich kein
T.P. ausgestellt, d.h. wenn man südlich von Khartoum bleibt und die Hauptstadt
nicht besucht bzw. nicht wieder per Strasse verlässt, braucht man kein T.P.
·
Photographical Permit, nur in
Khartoum ausgestellt. Viele Reisende fotografieren (zwangsläufig) auch ohne
dieses Permit, normalerweise problemlos, kann örtlich auch zu Polizeiverhören
führen.
·
Archäological Permit, nur in
Khartoum ausgestellt, für jedes Sight extra und recht teuer. Mit guter Ausrede
und geringem Bakschisch (wenige hundert SD) geht es normalerweise auch ohne.
In Khartoum ist erste
Anlaufstelle eine Art Touristenbüro (beschildert: 'Ministery of Tourism and
Culture' o.ä.) einen Block südlich (d.h. vom Nil weg) des British Council, in
einem beflaggten Eckgrundstück linkerhand. Dort erhält man bei einem
freundlichen älteren Mann sofort und kostenlos Travel Permits für alle Routen
und Orte des Landes außerhalb der drei Südprovinzen, sowie Photographical
Permits. Evtl. auch weiteres - auf jeden Fall erfährt man, wo man andere Ämter
findet.
Bei Checkpoints oder eventuellen Registrierungen unterwegs wird meist eine Kopie
des Travel Permits
verlangt; bei Gelegenheit also am besten gleich mehrfach kopieren und
dabeihaben.
-- Nach neuesten Infos gab es 2003 viel weniger Bürokratie.
Einreise:
Von Ägypten z.Zt. nur per Fähre über den Nasser-Stausee. Abfahrt (Hafen ca.
20 km südlich Assuan) montags (i.d.R. abends), Ankunft Dienstag nachmittags,
Fahrradtransport problemlos (kleine Gebühr). Tickets in Assuan (Touri-Info am
Bahnhof weiss wo) oder am Abfahrtstag am Hafen, Preis z.Zt. 119,50 EP. Guter und
schattiger Platz während der Überfahrt z.B. unter den Rettungsbooten; unter
Deck nicht zumutbar. Dienstag morgens Blick auf Abu Simbel.
Über Land jeweils ein Übergang von/ nach Tschad (wohl nur per Mitfahrt), Äthiopien
(bei Gallabat) und Eritrea, evtl. auch von Centrafrique. Die Einreise von Libyen
(nur per Mitfahrt in Geländefahrzeug oder Lkw) ist seitens Sudan möglich, wird
aber gern von Libyen untersagt.
Fährverbindungen übers Rote Meer i.d.R. über Jeddah/ Saudi-Arabien.
Frachtschiffe z.B. nach Oman,
VAE, Pakistan, Indien, Fernost, aber schwer zu planen.
Bei Ausreise per Flug ab Khartoum 20 USD Gebühr, bei Bezahlung in Landeswährung
nur 2.500 SD (allerdings akzeptieren wahrscheinlich nicht alle Schalterbeamten
SD von Ausländern).
Währung:
Sudanesische Dinar, z.Zt. 1 USD = 263 SD. Im Alltag häufiger verwendet wird die
Einheit Sudanesisches Pfund ('Guinea', wie in Aegypten), wobei 1 SD = 10 SP,
d.h. 1 USD = 2.630 SP.
Preisangaben sind anfangs schwer verständlich. Der 100 SD-Schein wird meist als
'wahid' (eins)
bezeichnet, daneben aber auch als 'alf' (1000), d.h. 1000 SP. Weitere Beispiele:
·
200 SD: 'ithnein' (zwei) oder 'alfein'
(2000)
·
450 SD: meist 'arba wa nuss' (viereinhalb)
·
1000 SD: 'ashara' (zehn)
·
2500 SD: 'chamsa wa ashrin'
(25), usw.
·
aber: 10 SD: 'mia' (100), d.h.
100 SP
Tausch ausserhalb
Khartoums nur USD in bar sowie, zumindest in Wadi Halfa, Ägyptische Pfund. In
Khartoum auch Reiseschecks und evtl. einige weitere Währungen. Keine
Geldautomaten; Kreditkarten allenfalls zur Bezahlung im Luxushotel, sonst
nutzlos. (Im Notfall Geldtransfer per Western Union.) Tausch in Banken jetzt
ohne Formalitäten; auch auf der Strasse gut möglich. Geringe Kursdifferenzen.
Keine Devisendeklaration mehr notwendig.
Geografie:
Im Norden Sahara mit der Riesenoase Niltal, Sand- und Schotterwüste und (östlich
des Nils) niedrigem und mittlerem Bergland, höhere Bergketten an der Rotmeerküste.
Spätestens ab Breite von Khartoum Übergang zur üblichen Abfolge von
Savannenformen (siehe Niger/ Mali), vor allem in der sudanesischen
Zentrallandschaft Kordofan, wo sich neben kleineren Einzelbergen auch die
besonders interessanten Nuba Mountains (bis ca. 1.300 m) befinden. Im Westen der
bergigere und z.T. sehr fruchtbare Darfur mit dem legendären Vulkan Djebal
Marra (über 3.000 m). In den (für Touristen unzugänglichen) Südprovinzen
liegt u.a. das riesige Sumpfschwemmland des Weissen Nil.
Zentrum des Landes ist der Grossraum Khartoum am Zusammenfluss von Blauem und
Weissem Nil sowie das 'Jezira' (Insel) genannte Gebiet zwischen den beiden Flüssen
(Hauptorte Wad Medani, Kosti, Sennar) mit intensivem Anbau.
Klima, Winde:
Abgesehen vom saharischen Norden wird der Grossteil des Landes von den
tropischen Sommerregengebieten erreicht; nach Süd nimmt die Dauer der Regenzeit
und die Regenmenge schnell zu (siehe Niger/ Mali). Besonders grün mit sogar
etwas Forstwirtschaft ist der Darfur um den Djebal Marra.
Optimales Reiseklima im Winter. Die Temperaturen im Norden bleiben bis in den März
hinein meist gut erträglich, mit allerdings immer häufigeren einzelnen
Hitzetagen und zunehmend staubbeladener Luft.
Wind im Norden wie im ägyptischen Niltal sehr deutlich aus Nord (auf Khartoum
zu eher Nordost), auch im Februar oft noch ganztägig erfrischend kühl. Mit
Fortschreiten des Winters immer häufiger Phasen mit heissem staubigem Südwind,
im Laufe des März evtl. vorherrschend (entsprechend dem ägyptischen
'Chamsin').
Gesundheit:
Malaria auch im Norden, ebenso wie teilweise in
Ägypten, auch wenn dort was anderes behauptet wird. Prophylaxe also besser schon vor Khartoum beginnen.
Spätestens ab Khartoum Malariaprophylaxe mit Lariam angezeigt. Ob im Norden, zumal im
Winter, tatsächlich Malaria existiert, ist unklar.
Baden im Nil u.a. Gewässern ist zwar wegen Bilharzioseerregern nicht zu
empfehlen (angeblich unschädlich, solange Kontaktzeit unter 3 Minuten), aber
als Trinkwasser kann (und muss) es schon dienen (siehe Verpflegung).
Bevölkerung:
Multiethnisch. Bekanntermaßen geht im Sudan das arabische Nordafrika in
Schwarzafrika über; doch wirkt auch der Norden schon eher 'afrikanisch' als
'arabisch': wenig Geschlechtertrennung, bunt gekleidete Frauen, Hautfarbe,
Musik, u.v.a. Die legendäre Gastfreundschaft der Sudanesen hat sich mit
weiteren Traditionen weitgehend erhalten; trotz oder vielleicht auch gerade
wegen ihres Traditionsbewusstseins erlebt man meist aufgeschlossene, erstaunlich
moderne Menschen. Die Leute erscheinen auch stärker als in vergleichbaren Ländern
an Touristen gewohnt, was u.a. natürlich an der begrenzten Auswahl an
Reisewegen liegt.
Sprachen:
Staatssprache Arabisch; im Alltag werden arabische Dialekte gesprochen.
Englischkenntnisse sind nicht nur in Khartoum erstaunlich verbreitet.
Übernachten:
Problemloses Zelten in Wüste und Savanne. In grösseren Orten billige 'Hotels'
(2-5 Euro); in Städten evtl. auch bessere Unterkünfte. In Khartoum u.a.
Camping (3 USD) im 'Blue Nile Sailing Club' am Nilufer etwas östlich vom Präsidentenpalast.
Ansonsten viel Improvisationsmöglichkeit.
Verpflegung:
Karger (und auch etwas teurer) als in den nordafrikanischen Ländern, aber doch
sehr viel reichlicher als etwa im westafrikanischen Sahel. Läden mit
Basissortiment oft auch in kleinen Dörfern (aber evtl. schwer zu finden).
Frischprodukte hauptsächlich auf den Märkten in grösseren Orten (am Nil nördlich
Dongola z.B. Wadi Halfa, Abri, Delgo, Kerma/ Argo); Obstspezialitäten Mango,
Grapefruit, Guaven. Frischsäfte, Gebäck. Im Buschrestaurant 'Ful' (Bohnenbrei
mit Zutaten) in unterschiedlicher Qualität.
Hinsichtlich Trinkwasser
bedeutet eine Tour von Wadi Halfa nach Khartoum, eine Zeitlang weitgehend auf
Nilwasser angewiesen zu sein, das überall in Dörfern in beschatteten grossen
Tonkrügen absteht, meist kühl, aber an besonders heissen Tagen auch lauwarm.
Grobe Schmutzteilchen haben sich bereits abgesetzt, dennoch meist leichte oder
stärkere grünliche oder bräunliche Trübung, guter Geschmack (bei den
Einheimischen beliebter als Brunnenwasser). Gelegentlich ist nur wirklich
dreckiges, undurchsichtiges Wasser verfügbar.
Entkeimungstropfen bieten keine Sicherheit; Leute mit Kraft und viel Geduld können
die benötigten Wassermengen filtern. Ansonsten wurde das Wasser unbehandelt
etlichen Berichten zufolge immer gut vertragen (auch von mir selbst).
Auch fern vom Fluss Wasser meist in Krügen, Fässern und nicht sauber. Auch aus
Leitungen oft getrübt und von unklarer Herkunft. Softdrinks nur in grösseren Läden
(evtl. mehrere Tage nicht erhältlich).
Gefahren, restriktive Gebiete:
Die Südprovinzen (z.B. Michelin-Karte) sind nicht zugänglich (Bürgerkriegsgebiet).
Ansonsten bekommt
man für jede/n gewünschte/n Route bzw. Ort ein Travel Permit, was natürlich
nicht bedeutet, dass vor
Ort nicht doch Restriktionen bestehen. Das lässt sich aber selbst von Khartoum
aus nicht sicher ermitteln, sondern nur ausprobieren.
Die Westprovinz Darfur war in der Vergangenheit für ihre Rebellen und Banden
berüchtigt. Der Transit von/ nach Tschad über Nyala wird aber regelmäßig
unternommen; von der Passage über Al Fasher wird an der Grenze angeblich
abgeraten. Ansonsten Eigentums- und Gewaltkriminalität sehr gering.
Das Land hat, auch wenn der Tourist das normalerweise nicht unmittelbar erfährt,
ein abstoßendes, zu Recht verfemtes Regime, das u.a. seine Südprovinzen seit
Jahrzehnten massakriert und gewiss sehr viel zu verbergen hat. Dieses Gesicht
des Staates sollte man besser nicht zu sehen bekommen und seine
'Rechtsstaatlichkeit' noch weniger auf die Probe stellen als anderswo. Von einem
sowieso isolierten Land ist im Notfall vermutlich wenig Kulanz zu erwarten.
Rad, Ausrüstung:
Unbedingt sehr stabiles Rad mit bergtauglicher Gangschaltung für die Pisten.
Fahren/ Fahrversuche auf
Sand werden durch maximale Reifenbreite (ggfs. Luft rauslassen) und traktionsförderndes
Profil erheblich erleichtert. Selbstverständlich gibt es im Land keine
komplizierten westlichen Fahrradteile, sondern chinesische oder indische
Billigprodukte wie etwa in Ägypten. Besondere Ausrüstung siehe evtl.
Niger/Mali.
Strassen:
Wenige Asphaltstrassen, meist recht neu und gut. Ansonsten Pisten, in Wüste und
Wüstennähe (Norden und Westen) wegen Sand oft nicht benutzbar bzw. enorm
anstrengend. Sehr häufig starkes Wellblech, immer wieder Parallelspuren oder
sogar undefinierter Pistenverlauf. Beschilderung praktisch nicht vorhanden.
Verkehr:
Erheblicher Verkehr nur in und um Khartoum und die Jezira; mit etwas Erfahrung
problemlos (siehe z.B. Ägypten). Auf stark ausgefahrenen Pisten Lkws und Bussen
frühzeitig ausweichen (Spur freimachen).
Transport:
Haupttransportmittel Lkws und Sammeltaxis mit nichtexistentem bis mässigem
Komfort. Fahrradmitnahme immer möglich, aber erhebliches Beschädigungsrisiko.
Auf den Hauptstrecken gelegentlich auch moderne Reisebusse. Preise etwas teurer
als in vergleichbaren Ländern (z.B. Ägypten).
Wenige Bahnstrecken mit seltenen Verbindungen, z.B. Wadi Halfa-Khartoum Mittwoch
abends, Schlafwagen ca. 65 USD, falls noch erhältlich. Vermutlich gelegentlich
Züge nach Nyala. Berechenbare Passagemöglichkeiten auf Nilbooten waren nicht
zu ermitteln.
Reiseführer, Literatur:
·
Reiseführer aus DuMont-Verlag,
ca. 20 Jahre alt, sehr umfassend, auch heute noch lohnend, aber vergriffen
·
Reiseführer aus Conrad
Stein-Verlag, ca. 10 Jahre alt, dünnes Bändchen mit authentischer
Backpacker-Info, jedoch weitgehend veraltet und sowieso vergriffen (interessant
evtl. noch Info und Skizzen zum Djebal Marra)
·
Klaus und Erika Därr: Durch
Afrika, hauptsächlich Routeninfo, nicht besonders hilfreich
·
Lonely Planet Africa
·
Ansonsten z.B. das Bändchen
'Sudan' aus der Lamuv-Reihe.
Karten:
Michelin 954 zusammen mit Routeninfo/ Skizzen aus Reiseführer, Travelogues,
Privatinfo
Internet:
z.B. www.sudan.net ; www.sudanair.com
Sudantravelogues sind enthalten z.B. bei
·
www.spiderstudios.co.uk/roundtheworldbybike
·
www.sobreduasrodas.com.br
(auf Portugiesisch, olala)
·
mitglied.lycos.de/bumbumbike
Einige Internet-Cafes in
Khartoum (200-600 SD/h mit entsprechender Geschwindigkeit), schnellstes und
teuerstes im Meridien-Hotel.
Sehenswertes:
Neben der allgegenwärtigen Wüste und Savanne bietet Sudan z.B.:
·
die entzückende, viel weniger
als in Ägypten entwickelte Oase Niltal; vor allem die ersten Dörfer am Nil
sind eine wunderschöne Welt für sich; erlebenswert auch der dramatisch an
einer Bucht des Nasser-Sees gelegen Ort Wadi Halfa, auch mit Wandermöglichkeit
in der Umgebung (evtl. mit Blick auf den See)
·
außergewöhnliches tropisches
Bergland (Djebal Marra, Nuba Mountains) mit Trekkingmöglichkeit, interessanten
Bewirtschaftungsformen, aber schwer zu erreichen
·
evtl. Bade- und Tauchmöglichkeit
im Roten Meer (letzteres angeblich nur in einer Gruppe, teuer)
·
Dinder-Nationalpark an der äthiopischen
Grenze
·
zahlreiche Tempel, Pyramiden,
alte Klöster, sonstige Ruinen, oft kaum oder gar nicht dokumentiert und schwer
zu erreichen (immer auf der anderen Nilseite...); am bekanntesten sind die
Pyramiden von Meroe und Karima sowie die Anlage Musawwarat
·
relativ unbeschwertes Erlebnis
einer sehr lebendigen und bunten, traditionellen afrikanischen Gesellschaft, mit
lebensfrohen und zugänglichen Menschen; Bürokratie und etwas anstrengende
Infrastruktur sind bei gutem Willen zu meistern
·
'Testfahrten' auf Wüstenpisten
(auch in schwierigem Sand) ohne jegliche Versorgungsprobleme; z.T. ist sogar
richtiges Offroad-Fahren möglich
Streckenvorschläge:
Asphalt existiert zusätzlich zu den roten Strassen der Michelin-Karte
mindestens noch:
·
zwischen 'Sinia Guenetti' (am
Nilbogen südöstlich Abu Dom, grosser Kreisverkehr 40-50 km von Debba) und
Omdurman; Weiterbau nach Dongola und Merowe ist in Arbeit (südlich von Dongola
bestehen bereits ca. 50 km Asphalt in 2 Abschnitten; angeblich auch von Merowe
her schon etwas Asphalt)
·
mehr als 100 km westlich Al
Obeid Richtung An Nahud (aktive Baustelle nach West)
·
zwischen Nyala und Zalingei in
Darfur südlich des Djebal Marra.
Auskünfte der
Einheimischen (auch Taxifahrer) zu Route, Pistenzustand, Entfernungen usw. sind
praktisch immer absolut unbrauchbar. Evtl. hat man einmal das Glück einer nützlichen
Begegnung mit einem Strassenbauingenieur.
Transit Ägypten - Äthiopien: Wadi Halfa - Dongola - Guenetti - Omdurman/
Khartoum - Wad Medani - Gedaref - Gallabat (ab Gedaref mässige Piste).
Alternative: am Nilbogen weiter nach Merowe/ Karima und Lkw-Transport durch die
Bayuda-Wüste nach Atbara. Bis Guenetti bzw. Merowe Piste mit meist starkem
Wellblech und ab ca. Khandaq unangenehm sandig (vorher nur sehr kurze sandige
Stellen), vor allem am Nilbogen hinter Debba, längere Schiebestrecken zu
erwarten, sehr anstrengend. Das Problem ist hier herauszubekommen, wo die
Fahrspuren fester sind (nilnah oder mehr in der Wüste), meist Glückssache.
Einige Anmerkungen im
Detail:
·
ab Wadi Halfa ca. 90 km bis zu
einem kleinen Rasthaus mit Wasser und Ful mit Brot; bereits ca. 20 km vorher
eine kleine Hütte, evtl. mit Wasser
·
nach weiteren 40-50 km ein
kleines Dorf und bald darauf Erreichen des Nils; ab hier keine längeren
Strecken mehr ohne Siedlung (maximal vielleicht 20 km, meist viel geringer)
·
Die Piste ist normalerweise
klar definiert und 'idiotensicher', aber ca. 50 km nach Delgo muss man (einige
km nach Verlassen des Nils) den nach links (Süd) abknickenden Spuren folgen;
die Hauptpiste scheint geradeaus und wieder nilwärts zu führen, versandet aber
bald. (Wenn man ein Häuschen mit beginnender Serie von Strommasten erreicht,
ist man 5 km zu weit gefahren.) Richtig abbiegend folgt man gelegentlich weit
auffächernden Spuren und gelangt ca. 15 km weiter wieder zum Nil, ein gutes Stück
nördlich von Kerma/ Argo.
·
Wechsel zum linken Nilufer z.B.
in Argo (2 Bootspassagen und Überqueren der Nilinsel, angeblich gibt es auch
eine Autofähre), oder erst bei Dongola (ebenfalls angeblich Autofähre)
·
Direkt ab Dongola gut 30 km
Asphalt ein Stück landeinwärts, folgend gute Schotterpiste, ab Khandaq
zunehmend sandig (jetzt evtl. Luft ablassen), bald weiterer Asphalt auf ca. 18
km vor Ghaba. Bis hierher und auch noch auf dem nächsten Stück bis Debba am
besten Abstand vom Nil halten (zu sandig); in den z.T. weit aufgefächerten
Spuren findet sich meist irgendwo fester Grund.
·
Ab Debba wird es extrem;
vermutlich sollte man möglichst direkt an den Nilgärten entlang fahren, auch
wenn in der Wüste gelegentlich festere Abschnitte der neuen Trasse nach Dongola
locken. Der Kreisverkehr bei Guenetti, wo z.Zt. der Asphalt Richtung Khartoum
beginnt, ist mit seinem riesigen Obelisk und einer neuen grossen Moschee von
weitem sichtbar. (Neue Info über den Stand der Bauarbeiten werden gern
entgegengenommen.)
·
Die Flachlandstrecken im Westen
Richtung Darfur erscheinen nach Schilderungen von Auto- und Motorradfahrern als
viel zu sandig, z.T. sehr problematisch für Geländefahrzeuge. Ab Nyala im
Djebal-Marra-Gebiet bekanntlich Asphalt (vor langer Zeit von deutscher Firma
gebaut).
Tourenbeschreibungen von Detlef Wagner (1/2002):
Ad Debba - Karima:
Von Debba zunächst übel sandig, bis etwa Faringotti. Teilweise auf den Eselpfaden durch die
Oasengärten besser (getrockneter Lehm). Danach ok, ab und zu kurze Schiebepassagen, ab Kurti Asphalt bis
Marawi, Autofähre. Vom Fähranleger lohnender Abstecher auf der rechten Nilseite nach Al Kurru,
ägyptische Grabkammern (Schlüssel beim Wärter im Dorf) und 3-5 km dahinter (vom Nil weg) versteinerter Wald.
Nach Karima fahrbare Piste, sandig. Meldepflicht wurde 2002 streng kontrolliert. 3 kleine schlechte Hotels,
archäolog. Fakultät hat auch ein Gästehaus, das angeblich belegt war. Djebel Barkhal unbedingt besteigen, grandioses Panorama
über das Niltal, die Pyramiden und die Wüste. Ruinen und Grabkammer am Fuß des Berges. Bahnverbindung nach Atbara/Khartoum sehr unsicher, wenn
überhaupt dann nur 1-2 Mal monatlich, unregelmäßig. Einzige Alternative LKW/Bus, 1-2 Mal
wöchentlich nach Atbara. Weiterweg am Nil entlang soll zu sandig und zu dünn besiedelt sein um mit dem Rad durchzukommen.
Khartoum - Wad Madani - Al Gedaref
Gut ausgebaut, Verkehr erträglich, langweilige Gegend.
Al Gedaref - Gallabat - Gondar (Aethiopien)
Neue Strasse in Bau, häufig war die Trasse schon fertig und befahrbar, damals noch nicht asphaltiert. Grosse Erleichterung
gegenüber der alten anstrengenden Piste v.a. ab der äthiopischen Grenze, von Gedaref bis Gallabat gute Erdpiste.
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